Schwangere, Kinder und Erwachsene 

Es gibt immer mehr Beschwerden, die auf die Einwirkung von Schall, ausgehend von technischen Anlagen, zurückzuführen sind.
 
Wir möchten Ihnen hiermit einige Informationen übermitteln. Neben den bekannten gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm im eigentlichen Sinn, rückt der von technischen Anlagen messbare ausgehende Infraschall in den Fokus einer Einwirkung mit möglichem Schädigungspotential. Da Infraschall (unter 1 bis 20 Hz) im nicht hörbaren Bereich liegt, ist die sogenannte Wirkschwelle auch unabhängig von der Wahrnehmung eines Geräusches.
 
Die Symptome können sehr vielfältig sein und äußern sich nicht nur in Schlafstörungen, die aber weiter ein vordergründiges Symptom darstellen:
Die meisten gesundheitlichen Probleme, die Infraschall bereiten kann, betreffen hauptsächlich den Oberkörper und den Kopf wie Schwindel, Tinnitus, Hörminderung, Sehstörungen, Kopfdruck und Konzentrationsprobleme. Häufig genannt sind die Probleme wie,  keine Ruhe zu finden und eine erhöhte Alarmbereitschaft, Druck auf Brust und Oberkörper, insbesondere im Bereich der Herzspitze, allgemeine Schwächung und Leistungsabfall, aber auch ein erhöhter Blutdruck oder eine neu auftretende absolute Arrhythmie. Bei Kindern finden sich neben Schlafstörungen auch häufig Konzentrations- und Lernschwierigkeiten. Alle diese genannten Symptome können auch von einer großen Zahl anderer Ursachen kommen und sind sorgfältig auszuschließen. 

Neueste Erkenntnisse im Rahmen der Auswertung der aktuellen internationaler Studienlage zu den Auswirkungen insbesondere des impulshaltigen Infraschalls auf biologische Systeme des Menschen und des Tieres sprechen u.a. für eine Verminderung der Durchblutung auf molekularer Ebene durch Veränderung der Gefäßdurchmesser und ihrer Durchlässigkeit (Permeabilitätsveränderungen) unter der Einwirkung des Infraschalls. 

Eine anhaltende Minderdurchblutung bedeutet auch eine verminderte Bereitstellung von NO, wasz.B. zu einem überstarken Anstieg des Blutdrucks führen und damit alle Folgeerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems begünstigen kann. Weitere Folgen sind Energiemangel von Zellen, oxidativer Stress und Minderung der Immunabwehr. Die Regenerationsfähigkeit ist dabei natürlich auch mit der Dauer der Belastung korreliert. Bei chron. Belastung findet sich häufiger eine Perikard- Verdickung an der Herzspitze als spezifische Veränderung. Entsprechend anhaltende und dauerhafte Einwirkungen können zu Zelluntergang ( sog. Zellapoptose) führen. 


Von einer hohen Sensibilität in der Frühschwangerschaft, sowie von Kindern muss zum jetzigen Zeitpunkt ausgegangen werden. Im berufsgenossenschaftlichen Bereich werden bei einer Infraschallbelastung am Arbeitsplatz spezifische Vorsorgemaßnahmen vorgeschrieben.
 
 Der Verdacht auf eine Schallerkrankung sollte gestellt werden: 

bei Auftreten der Symptome bei Exposition mit einer emittierenden Anlage bzw. einer Vielzahl solcher Anlagen vor allem unter zwei Kilometern Abstand. Aber auch weitere Entfernungen können bei entsprechender Lage und Bodenbeschaffenheit sowie Höhe der Anlagen und Wetterlagen (spez. inverse Wetterlagen) zu einer Schallerkrankung führen. Infraschall ausgehend von technischen Anlagen und insbesondere von Windrädern konnte bis über 50 km Entfernung nachgewiesen werden.

und dem Nachlassen der Beschwerden, wenn sich Betroffenen aus dem Wirkbereich des Schalls entfernt – beispielsweise bei Westwind in einen Abstand von einigen km westlich der Anlagen in ein von solchen Anlagen über km freies Gebiet.


Die behandelnden Ärzte würden der weiteren Erforschung dieser zunehmenden Erkrankung einen Dienst erweisen, wenn sie bereits bei einem begründeten Verdacht (Zusatz V) den
 • ICD-10-GM-2019 – T75.2 Schlüssel „Erkrankung durch Vibrationen und Infraschall und Schwindel durch Infraschall“ ansetzen würden. (Bisher wurde dieser Schlüssel meist in der Flugmedizin und den Berufsgenossenschaften verwendet, ist aber auch im kassenärztlich niedergelassenen Bereich ansetzbar). 

Aufgrund des fortschreitenden Ausbaus insbesondere von Windrädern, aber auch von Bio-gasanlagen, Abluftturbinen, Wärmepumpen u. a. muss mit einer zunehmenden Belastung und damit auch zunehmend größeren Dunkelziffer an Erkrankten gerechnet werden.
 
Den Inhalt dieses Textes finden Sie in dem Schreiben zur Vorlage bei Ihrem Arzt. Dieses Schreiben können Sie zum Ausdrucken herunter laden unter:
https://www.dsgs-info.de/formulare/

Es stehen Ihnen zu Ihrer Information weitere Möglichkeiten zur Verfügung:
Die Website der Ärzte für Immissionsschutz ist http://www. aefis.jimdo.com
Eine Kontaktaufnahme mit der DSGS ist möglich unter: https://www.dsgs-info.de/kontakt/

Berichte über Auffälligkeiten - gerade auch bei Kindern und Schwangeren, also zu Personenkreisen mit hoher Sensibilität, aber auch bei allen anderen - würden uns bei unserer weiteren Arbeit sehr unterstützen. 

Ihre Fragen sind uns sehr willkommen. 
 "Ihre persönlichen Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt." 

 

Ihre DSGS e.V.